Zusammenfassung Die odontogenen Kieferzysten bilden eine Gruppe von Erkrankungen, deren Entstehung an die Persistenz von Epithel aus der komplizierten embryonalen Entwicklung der Zähne und des Kiefers im Bindegewebe gebunden ist. Entzündliche Reaktionen in der Umgebung der Epithelreste gehen mit einer Proliferation des Epithels einher, die zur Ausbildung eines langsam größer werdenden Hohlraums mit Verdrängung der umgebenden Strukturen führt. Die Wechselbeziehung von Aktivität der entzündlichen Reaktion und Ausprägung der Epithelproliferation hat eine relativ breite Variation des histologischen Bildes des Zystenwandaufbaus zur Folge. Da die Einteilung der Zystenformen nach topographischen Gesichtspunkten erfolgt, sind klinische Angaben über die Anordnung der Veränderungen dringend notwendig. Für die Einordnung ihres klinischen Verlaufs und vor allem zur Abgrenzung zu den zystischen Tumoren der Kieferregion ist eine systematische histomorphologische Aufarbeitung der Operationspräparate notwendig, zumal sehr seweiter